»BOBZIN GROTESK«, 1995 (unvollendet)

Sinn und Zweck der vorliegenden Schriftgestaltung konnte es nicht sein, eine völlig neuartige Schrift zu schaffen, beim heutigen Angebot an Satzschriften wohl ein relativ utopisches Unterfangen. Ein im Rahmen einer Studienarbeit ausführbares Projekt schien die Gestaltung einer relativ schlichten, plakativen Serifenlosen - zunächst in einem extrafetten Schnitt, der sich in den Rohzügen relativ leicht aus geometrischen Grundformen wie Rechteck und Kreis, bzw. Ellipse konstruieren läßt.

Anfänglich bestand das Ziel darin - ohne daß genaue Vorstellungen über den endgültigen Charakter der Schrift existierten - eine Alternative zu bestehenden, schlichten und konstruiert wirkenden Serifenlosen wie Futura oder Univers zu entwerfen. Im Laufe der Vorarbeiten, beim Konstruieren des Rohalphabets, ergab sich dann jedoch, daß die Schrift folgenden Ansprüchen gerecht werden sollte:

• Die Versalien sollten im wesentlichen auf einer annähernd quadratischen Grundform basieren
(wie Capitalis quadrata).

 

• Der Entwurf sollte plakativen Charme und Schwung sowie verschiedene Details älterer, früher oft handgemalter (Plakat-) Schriften aufgreifen, und mit der modernen Konstruiertheit heute populärer Serifenloser - mit ihren »zeitgemäßen« Ecken und Kanten - verbinden.

• Das Schriftbild sollte seine Dynamik und Flüssigkeit aus optischen Verbindungen einzelner Zeichen, insbesondere der waagerechten Elemente erhalten, ähnlich wie bei einer Schreibschrift, zB englische Schreibschrift, Pinselschriften, nur daß die Verbindungen nicht durchgängig sein, sondern nur durch den Verlauf der Rundungen und den Winkel der Waagerechten angedeutet werden sollten (evtl. unterstützt durch verschiedene Ligaturen).


OSTRAKON